Ich stimme mit James Clavell überein, wenn dieser als Übersetzer des Werkes "Die Kunst des Krieges" von Sunzi (oder auch Sun Tzu) sagt: 
"Ich hätte ins Gesetz geschrieben, daß alle Offiziere, besonders alle Generäle, jährlich eine mündliche und schriftliche Prüfung über diese dreizehn Kapitel abzulegen haben, wobei sie zum Bestehen fünfundneunzig Prozent der Fragen richtig  beantworten müssen - und jeder General, der nicht besteht, würde automatisch und ohne Berufungsmöglichkeit entlassen, und alle Offiziere, die durchfallen, würden automatisch degradiert."

"Wir dürfen nicht vergessen, daß von alters her bekannt ist: ... das wahre Ziel des Krieges ist der Frieden."

Zitat James Clavell

Auch der Soldat will den Frieden - er muß versuchen den Krieg schnellstmöglich mit den geringstmöglichen Verlusten an Material und Menschenleben zu beenden. Dies gilt alleine schon, um das Risiko für den Soldaten persönlich zu minimieren. Ich habe beispielsweise als Berufssoldat das Risiko zu tragen, daß in einer Krisensituation mein Leben gefährdet ist. Daher liegt mein Interesse nicht in der Kriegstreiberei, sondern in der Beseitigung einer Krisensituation mit angemessenen Mitteln.

Hier schließt Sun Tzu an. In Kapitel II - 'Über die Kriegsführung' - heißt es:

"In der ganzen Geschichte gibt es kein Beispiel dafür, daß ein Land aus einem langen Krieg Gewinn gezogen hätte. Nur wer die schrecklichen Auswirkungen eines langen Krieges kennt, vermag die überragende Bedeutung einer raschen Beendigung zu sehen. Nur wer gut mit den Übeln des Krieges vertraut ist, kann die richtige Art erkennen, ihn zu führen."

Und zu der richtigen Art der Kriegsführung macht Sun Tzu im folgenden nun einige sehr treffende Aussagen, die ich hier nur auszugsweise, leicht kommentiert, wiedergeben werde.

Kapitel VI - 'Starke und schwache Punkte' -

"Benutze die Wissenschaft der starken und schwachen Punkte, damit der Vorsturm deiner Armee den Feind trifft, als würde ein Mahlstein auf ein Ei treffen.....

..... Belästige den Feind, wenn er sich Ruhe gönnen will. Zwinge ihn zum Aufbruch, wenn er ruhig lagert. Hungere ihn aus, wenn er gut mit Nahrungsmitteln versorgt ist. Tauche an Punkten auf, die der Feind hastig verteidigen muß. Marschiere rasch zu Orten, an denen du nicht erwartet wirst."


Das erstere wird durch die Blitz-Taktik Hitlers aus dem 2.Weltkrieg belegt - er übersprang einfach die errichteten Verteidigungslinien und nahm die Niederlande im Handstreich. Bitte nicht verwirren lassen, ich glaube das Hitler einer der größten Fehler der neueren Geschichte war. Aber die militärischen Erfolge sind und waren beeindruckend - das sagen auch die ehemals Alliierten. Die Amerikaner nennen schnell vorgetragene Angriffe in der NFL heute noch Blitz.

Guerillataktik, so würde man heute die zweite Passage nennen. Che Guevara und der Vietkong sind klassische Beispiele - beide erfolgreich (aber auch grausam in ihrer Ausführung, denn hier liegen Terror und Guerilla eng beieinander).


Letztendlich folgert Sun Tzu daraus:
"Militärische Taktik ist dem Wasser ähnlich.... ....So muß im Krieg gemieden werden, was stark ist, und geschlagen werden, was schwach ist. Wasser bahnt sich seinen Weg entsprechend der Natur des Bodens, auf dem es fließt; der Soldat erkämpft sich seinen Weg entsprechend der Natur des Feindes, dem er gegenübersteht. Und wie das Wasser keine unveränderliche Form kennt, gibt es im Krieg keine unveränderlichen Bedingungen."

Also muß eine Kriegsführung beweglich und flexibel sein. Hier liegt für eine Armee wie die Bundeswehr der Hund begraben. Sun Tzu ging davon aus, das sobald der Herrscher seine Befehle geäußert hat und der Heerführer in den Krieg gezogen ist, es keine Kommunikation mehr gibt. Diese Prämisse existiert heute nicht mehr. So kann die Politik auch während einer Krisensituation in die Pläne und Vorstellungen der Kontigente eingreifen. Dies schränkt die schnelle Handlungsfähigkeit stark ein - immer mehr tritt die Überlegung in den Vordergrund, wie man sich gegen negative Reaktionen von 'Oben' absichern kann. Das mag zum einen gut sein, den auch politische Ziele müssen beachtet werden, damit in der Staatengemeinschaft keine Unruhe aufkommt. Andererseits wird dadurch wertvolles Potential so eng an die Leine gelegt, daß es nicht mehr wertvoll ist.